[2015] 25.07.2015 - Multizellen um Halle

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25 Jul 2015 19:36 - 23 Apr 2019 06:37 #1 von Justin Wenk
Justin Wenk erstellte das Thema [2015] 25.07.2015 - Multizellen um Halle
 
Zusammenfassung
 
 
Art, Intensität und Zelltyp
 
 
Gewitter, mäßigstarke Multizellen
 
 
Beteiligte Teammitglieder
 
 
Roy Rockmann, Alex Thiel, André Schücke, Justin Wenk
 
 
Chasingorte/ betroffene Orte
 
 
rund um Halle/ weite Teile von Sachsen-Anhalt
 

Wetterlage

Im Einflussbereich des Hochdruckgebietes „Eva“ hatte sich die Luft mithilfe von Sonneneinstrahlung und Advektion warmer Luftmassen auf der Vorderseite von Zeljko erwärmt.

Im Westen (und auch Südwesten) bildeten sich an einer vorläufigen Konvergenz in labiler Luftmasse mit eher geringen Cape-Werten in den Abendstunden Gewitter, welche sich schnell linienhaft organisierten und in einem Niederschlagsband, welches sich quer über Deutschland erstreckte, eingelagert waren. Mit rascher Verlagerung in Richtung Nordost lief dieses Band mit den bereits angesprochenen Zellen in eine labilere Zone (bevorzugt über dem Südosten und Teilen des Ostens standen teils bis zu 1000 J/kg bereit) hinein, wobei dadurch eine Intensivierung und gleichzeitige Steigerung der Blitzrate erfolgte. Im Nachtverlauf entstanden unter anderem über dem Osten recht verbreitet Einzelzellen (Multizellen), welche später mehr und mehr verclusterten.

Chasingbericht & Bilder

Am 24.07.2015 entwickelte sich in den Abendstunden über West- und Süddeutschland ein linienhaft angeordnetes System aus schauerartigen Regenfällen sowie eingelagerten Gewittern, welche teils sehr kräftig ausfielen.

Zunächst behielten wir das Niederschlagsradar sowie die Blitzortung im Auge. Nachfolgend wurde die Lage in unserer WhatsApp-Gruppe besprochen. Gegen 23.45 Uhr machten sich unsere Teamkollegen Roy und Alex mit seiner Freundin mit 2 Autos auf den Weg in Richtung Aschersleben, wo Andre abgeholt wurde. Als nächstes ging es über die A14 weiter in Richtung Halle (Dölau). Nachdem hier um 02.20 Uhr noch Justin hinzu kam, konnte das Chasing beginnen.

Genau zur gleichen Zeit löste es direkt über uns aus, sodass wir die Ortschaften sofort verließen, um freie Sicht auf die Zellen zu haben (Positionierung an einer Landstraße bei Lieskau). Leider gab es fast ausschließlich IC's (verdeckte Wolkenblitze), was angesichts der hohen Blitzrate sehr ärgerlich war. Da es zumindest einzelne fotogene Blitze gab, holten wir dennoch unsere Kameras sowie Stative aus den Autos.

Und siehe da: Nach vielen Versuchen kamen doch einige sehenswerte Aufnahmen zustande. Vor allem kurz bevor wir aufgrund der sich näherenden Zellen (laut Radar teils mit Hagelcore) abrücken mussten, konnten wir die besten Fotos machen.






Die dazugehörigen Radarbilder zu den letzten Fotos:



Ein Teamfoto durfte vor der Weiterfahrt nicht fehlen:



Schließlich fuhren wir zunächst in Richtung Südost, um nicht direkt in die Gewitterzelle zu gelangen, welche sich schnell nach Nordosten verlagerte und Starkregen sowie Sturmböen beinhaltete, auch die Hagelgefahr war, wie oben bereits erwähnt, stark erhöht. Wir haben uns stattdessen dazu entschieden, uns von hinten wieder an die Systeme ranzuhängen. Also ging es erst durch Halle und danach nach Norden in Richtung Köthen. Es war insgesamt nach wie vor sehr blitzaktiv.


Als wir knapp östlich von Löbejün an einer Landstraße kurz hielten um die Lage zu besprechen, sind wir zu dem Entschluss gekommen, das Chasing zu beenden und den Heimweg anzutreten. Grund hierfür war eine verstärkte Verclusterung der Zellen sowie eine gleichzeitige allmähliche Abschwächung, welche nach dem Radar auszumachen war.

Nachdem die meisten Teamkollegen bis 5 Uhr wieder zuhause waren, kam auch Roy gegen 6 Uhr wieder im Heimatort an.

Insgesamt war es trotz der vielen IC's ein sehr gutes Chasing, jedes Teammitglied war derselben Meinung. Zu erwähnenswerten Schäden kam es glücklicherweise nicht.

Noch eine Grafik zur gefahrenen bzw. zurückgelegten Strecke (GPS-Logpunkte). Unsere Teamkollegen Roy und Justin hatten Ihr GPS-Tracking aktiv (zeitweise konnten keine Logpunkte übertragen werden, da die Internetverbindung unterbrochen wurde):


Quelle: www.meteopool.org


LG Justin

Projekt- und Teamleiter der Stormchaser Sachsen-Anhalt
Letzte Änderung: 23 Apr 2019 06:37 von Justin Wenk.
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