TOPIC: USA 2019

USA 2019 26 Mai 2019 04:00 #93

Am 23.05.2019 waren wir bei Pampa und Canadian in Texas unterwegs. Zunächst die klassische Lagebesprechung und Abwarten der folgenden Entwicklungen. Für guten Zeitvertreib wurde gesorgt:





Erneut bildeten sich im weiteren Verlauf zahlreiche Superzellen, welche oft auch tornadobewarnt wurden. Diesmal sind wir noch etwas näher an die Südenden westlich von Canadian herangefahren, da die Sichtweite durch Dunst andere Optionen wieder mal nicht zuließ. Außerdem mussten wir zusätzlich darauf achten, dass wir gleich in Fluchtrichtung stehen und im Idealfall Chaserkonvergenzen (Ansammlung von zahlreichen Stormchasern) vermeiden, damit wir rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich herauskommen.

Zelle Nr. 2, unter anderem mit schönen Whales Mouth:



Nachfolgend ein paar Fotos von der letzten Superzelle mit Böenfront-Struktur und deutlicher Rotation:




Auch das mobile Radar war unterwegs. Sehr interessant, dieses Fahrzeug mal selbst gesehen zu haben.




In den Abendstunden fuhren wir in die Pampa nach Pampa und checkten dort im Hotel ein. Alex und Justin fotografierten noch einige vorbeiziehende Gewitter. Die Blitzrate war vor Ort zwar nicht allzu besonders, allerdings waren dafür schöne Exemplare dabei.



Am Folgetag starten wir für einige prognostizierte Gewitterentwicklungen nach Lubbock (Texas). Für die kommenden Tage stehen regelmäßig Gewitter an. Das Problem mit dem Dunst und der verringerten Sichtweite werden wir aber wohl nach wie vor haben.

+++ Zum TSC-Blog: storm-chasing.de/usa19/311-txpanhandle +++

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Last edit: Post by Justin Wenk.

USA 2019 26 Mai 2019 19:08 #94

Der 24.05.2019 führte uns von Pampa nach Lubbock (Texas). Zunächst setzten wir wieder auf einzelne und möglichst freistehende Entwicklungen. Im Laufe der Fahrt kam es jedoch anders. Die Zellen verclusterten zügig. Trotz allem versuchten wir noch unser Glück.

Irgendwann kamen mehrere Flash Flood - Warnungen, welche auch voll berechtigt waren. Auf dem Weg zum und vor allem vom Gewitter ins Hotel zurück, sahen wir zahlreiche überschwemmte Straßen und Ackerflächen. Bis auf eine komplett überflutete Straßenverbindung kamen wir dennoch noch relativ gut durch. Natürlich muss man hierbei gut abschätzen können und langsam fahren, um nicht in den Wassermassen liegen zu bleiben.





Nachdem wir abends in Amarillo (Texas) eintrafen, ging es erstmal in das berühmte Steakhouse "The Big Texan Steak Ranch & Brewery". Während der Ankunft gab es noch schöne Mammatuswolken am Eisschirm zu sehen. Nach dem Essen fuhren wir ins Hotel. Am 25.05. geht es für die nächste Lage von Texas über Oklahoma nach Kansas.



+++ Zum TSC-Blog: www.storm-chasing.de/usa19/312-lubbock +++

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Last edit: Post by Justin Wenk.

USA 2019 06 Jul 2019 08:18 #97

Hinweis: Durch einen notwendigen Serverwechsel während der USA-Reise konnten wir unseren Blog nicht weiterführen. Dieser wird demnächst allerdings nach und nach vervollständigt. Unter anderem wird auch unser Highlight vom 27.05. enthalten sein - die spektakuläre Superzelle von Imperial, Nebraska!

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USA 2019 20 Nov 2019 09:40 #99

Nach den wasserreichen Erlebnissen der letzten Tage haben wir unsere Strategie am 25.05. geändert. Und zwar haben wir uns entsprechend weiter nach Norden in Richtung Oklahoma und Kansas in eine trockenere Zone verlagert. Dort setzten wir auf isolierte Zellen entlang der weiterhin quasistationären Dryline.

Zunächst positionierten wir uns in Dumas (Texas) und warteten die ersten Entwicklungen ab. Diesmal gab es, wie erhofft, bedeutend bessere Sichtbedingungen als in den vorherigen Tagen. Wenig später fuhren wir nach Nordosten, wo mittlerweile eine Superzelle entstanden ist. Den nächsten Halt machten wir in der Nähe von Elkhart (Kansas). Hier sah man bereits schöne Strukturen und auch eine Wallcloud hat sich ausgebildet:




Wir haben beschlossen nach Norden weiterzufahren. Später folgte eine Kreuzung, ab welcher die Straßenzustände nicht mehr so optimal waren wie bisher. Dennoch entschieden wir uns für eine Weiterfahrt, was letztendlich in einer nicht ungefährlichen Fehlentscheidung mündete. In den nächsten Minuten wurden unsere Fahrer, aufgrund der extrem schlammigen Fahrspuren, aufs äußerste herausgefordert. Die Mud Road hatte ihren Namen mehr als verdient und wir haben wirklich gekämpft um nicht stecken zu bleiben. Man muss sich die Verhältnisse so vorstellen: Die Fahrbedingungen waren mindestens mit Glatteis gleichzusetzen. Auf den später entstandenen Videos sieht man, wie unsere Autos hin und her rutschten und trotz Vollgas tat sich an vielen Stellen fast nichts mehr. Das Hauptproblem war allerdings ein ganz anderes, denn mittlerweile befanden wir uns in direkter Zugbahn des Gewitters und der Zeitverlust wurde immer größer. Die Faktoren für großen Hagel standen außerdem nicht gerade schlecht, was uns in dem Moment große Sorgen bereitete.



Der Chevrolet Tahoe mit Felix, Markus und Jörg schaffte es nach einer gefühlten Ewigkeit zuerst auf den rettenden Highway. Auch wir folgten wenig später und gaben daraufhin Vollgas, um nicht von dem Gewitter überrollt zu werden. Zu dem letzten Fahrzeug mit Luise & Ronny haben wir allerdings den Kontakt verloren... Nach dem GPS-Tracking wurde die letzte Position auf der Mud Road geortet, allerdings war die letzte Übertragung schon einige Minuten her und brach offenbar ebenfalls ab. Mittlerweile wurden sie von der Zelle "überrollt".


Erst etwa 10 Minuten später konnten wir wieder Kontakt aufbauen. Dabei haben wir im weiteren Verlauf erfahren, dass sie sich mehrmals festgefahren haben und nur durch anschieben weiter voran kamen. Wie wir vermutet haben, bekamen sie auch den Hagel ab, welcher mehrere Zentimeter groß war. Sichtbare Schäden am Auto blieben aber glücklicherweise aus, auch wenn nur ganz wenig gefehlt hat. Möglicherweise ging der Schwerpunkt der Zelle bzw. mit dem größten Hagel auch minimal versetzt durch. Ronny war trotz des ungewollten Corepunches dennoch erfreut, weil er immerhin einige schöne Bilder vom Hagel machen konnte (siehe folgendes Bild).


Während Ronny & Luise noch unterwegs waren, stand das restliche Team am Highway 27 südlich von Johnson City (Kansas). Hier beobachteten wir eine weitere Zelle mit einer rotierenden Basis. Wenig später sahen wir einen Staubfuß am Boden. Dabei blieb es aber auch, da keine Kondensation sichtbar war. Dennoch muss an dieser Stelle etwas gewesen sein, sodass es für uns durchaus als Tornadosichtung bzw. Tornadoverdacht gilt (eine sichtbare Auskondensierung ist hierfür nicht zwingend erforderlich). Kurz darauf bildete sich leicht versetzt ein Funnel, allerdings nur für wenige Sekunden.





Bevor uns neue Zellen aus Süden erreichten, brachen wir in Richtung Johnson City auf, wo wir wieder auf Ronny & Luise trafen. Die Zelle verlor währenddessen weiter an Struktur und verclusterte immer mehr, wodurch wir uns dazu entschieden, das Chasing an diesem Tag zu beenden. In Ulysses (Kansas) sahen wir wieder mal überflutete sowie zeitweise gesperrte Straßen. Letztendlich landeten wir abends in Garden City (Kansas), wo wir auch übernachteten. Dabei gab es neben einer Tagesauswertung auch noch eine Runde Bier.

+++ Zum TSC-Blog: www.storm-chasing.de/usa19/313-johnsoncity +++

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